Engineering & Werkzeuge
TIA Openness: das TIA Portal automatisieren
Was TIA Portal Openness leistet, wo Python die einfachere Wahl ist und ab wann sich ein Skript rechnet — mit den Stolpersteinen beim Einstieg.
HMI · WinCC Unified
Skripte, Rezepturen und Faceplate-Logik übernimmt das Migrationswerkzeug nicht. Was der Umstieg auf WinCC Unified kostet — und wo die Variablenzahl springt.
Lars HilseStand:
Die Comfort Panels sind im Produktauslauf, der Nachfolger heißt Unified Comfort Panel — so weit ist die Lage klar. Weniger klar ist, was der Umstieg kostet, und die Schätzung geht fast immer am selben Punkt daneben: Sie orientiert sich an der Anzahl der Bilder.
Die Bilder sind der einfachste Teil. Aufwand entsteht an drei anderen Stellen, und alle drei stehen in Siemens’ eigener Dokumentation: bei den Skripten, bei der Schnittstelle zur Steuerung und bei der Variablenzählung.
Eigene Darstellung nach der Siemens-Dokumentation zu WinCC Unified (Migration, Skriptumgebung, Bereichszeiger, PowerTag-Zählung). Die Zahlen der unteren Bahn stammen aus dem Rechenbeispiel im Siemens-Beitrag 109954953.
Wann der Umstieg überhaupt ansteht, hängt am Panel-Bestand: Die Termine der Comfort-Panel-Reihe stehen in der Termintabelle, der Weg dorthin unter den Migrationspfaden.
Produktlebenszyklus
Warum die Frage jetzt auf dem Tisch liegt.
01.10.2024
Produktauslauf der Comfort Panels 15″ bis 22″
ProduktauslaufDie großen Geräte der Reihe sind seither in der Auslaufphase.
01.02.2026
Produktauslauf der Comfort Panels 4″ bis 12″
ProduktauslaufDamit ist die Reihe vollständig im Auslauf. Als Ziel einer Migration scheidet sie aus — wer ein Panel-Projekt heute neu aufsetzt, setzt es auf dem Nachfolger auf.
vsl. 12/2027
Liefer-Ende der Comfort-Panel-Reihe
Liefer-EndeVerbaute Panels laufen weiter; beschaffbar ist die Reihe danach nicht mehr. Das Datum betrifft die Beschaffung, nicht den Betrieb.
danach
Das Unified Comfort Panel ist der Nachfolger
NachfolgerUnd mit ihm WinCC Unified als Engineering — mit den Unterschieden, um die es in diesem Artikel geht.
Termine der Comfort-Panel-Reihe nach der Siemens-Produktmitteilung 109824856; mit Beleg stehen sie auch in der Termintabelle zur S7-Migration.
Dieser Artikel geht die drei Stellen der Reihe nach durch — mit dem, was Siemens dazu selbst schreibt, und mit dem, was daraus für ein Angebot folgt.
Für den Weg vom Comfort Panel nach Unified gibt es das TIA-Portal-Add-in Data2Unified (Siemens-Beitrag 109770510). Es überträgt Bilder, Variablen, Meldungen, Archive sowie Text- und Grafiklisten und nimmt damit einen Teil der Arbeit ab — Siemens benennt ausdrücklich, wo es aufhört. Vorgeschaltet ist der Modernization Checker, der je Projekt ausweist, was konvertiert wird, was Handarbeit bleibt und was Unified nicht unterstützt; dieser Bericht gehört an den Anfang jeder Aufwandsschätzung.
Ungleiches Gewicht
Was neu entsteht: Skripte, Faceplates, Rezepturen.
Die Größe der Felder folgt dem Aufwand, nicht der Sichtbarkeit im fertigen Projekt.
Wird nicht übernommen
Skripte sind in JavaScript neu zu erstellen.
Skripte überträgt das Werkzeug nicht — so steht es in der Siemens-Dokumentation zum Add-in. Bei einer über Jahre gewachsenen Skriptsammlung ist das der erste Aufwandstreiber — und er hängt an der Zahl und der Funktion der Skripte, nicht an der Zahl der Bilder.
Nicht konvertiert, sondern neu geschrieben
Nur zum Teil übernommen
Faceplates kommen nur als Gerüst mit.
Struktur und grafische Oberfläche der Faceplate-Typen überträgt das Add-in; Dynamisierungen, Ereignisse, Skripte, Controls und interne Variablen darin sind neu zu erstellen, die Instanzen anschließend neu zu verbinden. Wer eine gepflegte Faceplate-Bibliothek betreibt, baut damit die Logik seines Bedienstandards neu auf.
Gerüst kommt mit, Verhalten nicht
Wird nicht übernommen
Rezepturen kommen nicht mit.
Sie heißen in Unified Parametersätze, werden über das Parameter-Set-Control bedient und sind anders aufgebaut — die Systemfunktionen zum Laden und Schreiben brauchen eine HMI-UDT als Bearbeitungsvariable. Für die Planung heißt das: ein eigener Posten, kein Nebeneffekt der Bildmigration.
Anderer Name, anderer Aufbau
Alle drei Punkte betreffen das HMI-Projekt.
Damit ist die entscheidende Frage für jedes Angebot beantwortet: Eine Eins-zu-eins-Migration gibt es nicht.
Die Trennung von der alten Architektur ist der Grund, warum Unified mehr kann. Die Aufwandsschätzung muss nur davon ausgehen.
Der Wechsel von VBScript zu JavaScript wird meist als Modernisierung gelesen — endlich eine verbreitete Sprache. Dabei geht die wichtigere Eigenschaft unter: Die Skripte laufen serverseitig in einer Node.js-Umgebung, nicht im Browser des Bedieners.
Praktisch heißt das: Aufrufe, die man aus der Webentwicklung kennt, stehen nicht zur Verfügung — insbesondere nicht der direkte Abruf einer REST-Schnittstelle aus einem Bildskript heraus. Wer eine Anbindung an ein übergeordnetes System plant, plant sie an anderer Stelle — Siemens sieht dafür eine eigene Anwendung außerhalb der Runtime vor, auf dem Panel als Edge-App, am PC als beliebiges Programm, deren Ergebnisse über OpenPipe in HMI-Variablen landen. Auch fremde Node.js-Module lassen sich nicht laden; importierbar sind nur die globalen Module des Projekts.
An einem alltäglichen Bildskript lässt sich der Unterschied ablesen. Im Bestand steht es so da:
Sub Sollwert_Uebernehmen()
Dim sollwert, grenze
sollwert = SmartTags("HMI_Sollwert")
grenze = SmartTags("Grenze_Oben")
If sollwert > grenze Then
sollwert = grenze
End If
SmartTags("SPS_Sollwert") = sollwert
End SubVerkürzt; der Variablenzugriff läuft über das VBS-Objekt SmartTags. Der Punkt ist nicht die Logik, sondern der Umstand, dass jede solche Zeile beim Umstieg neu entsteht.
Dieselbe Aufgabe in Unified sieht anders aus. Der Unterschied, der die Planung betrifft, ist dabei nicht die Sprache, sondern der Ort der Ausführung:
export function Bild_Sollwert_OnTapped(item, x, y, modifiers, trigger) {
let sollwert = Tags('HMI_Sollwert').Read();
const grenze = Tags('Grenze_Oben').Read();
if (sollwert > grenze) {
sollwert = grenze;
}
Tags('SPS_Sollwert').Write(sollwert);
// fetch() und XMLHttpRequest stehen hier nicht zur Verfügung:
//
// const antwort = await fetch('http://mes.werk.intern/auftrag');
//
// Eine Anbindung an ein übergeordnetes System läuft außerhalb der
// Runtime (Edge-App, OpenPipe) — nicht im Bild.
}Verkürzt; die Aufrufe folgen dem WinCC-Unified-Objektmodell (Tags(…).Read() und .Write()), den Funktionsrahmen legt der Skripteditor am Ereignis an. Zu zeigen ist der Ausführungsort — serverseitig, nicht im Browser des Bedieners.
Zwei weitere Punkte, die Projektpläne kippen können:
Kein Debugger auf der Panel-Hardware. Ein Skript-Debugger existiert für die PC-Runtime und für die Simulation am Programmierrechner; auf der Panel-Hardware ist er nach dem Siemens-Umstiegsleitfaden nicht einsetzbar. Dort bleibt die Auswertung über die Trace-Ausgabe (Trace Viewer). Wer vor Ort ein Panel in Betrieb nimmt und ein Skript nicht zum Laufen bringt, kann sich nicht einfach anhängen — das gehört in die Zeitplanung der Inbetriebnahme.
Hier liegt der Teil, den Angebote regelmäßig übersehen. Die Bereichszeiger, über die Comfort-Projekte mit der Steuerung koordiniert werden, existieren in Unified nicht mehr — Bildnummer, Steuerungsauftrag, Datensatz, Datum/Uhrzeit, Koordinierung, Projektkennung. Siemens vermerkt im Umstiegsleitfaden für mehrere davon, sie ließen sich bei Bedarf auf Anwendungsebene nachbilden; ein Anwendungsbeispiel dafür ist der Siemens-Beitrag 109794243.
„Auf Anwendungsebene nachbilden“ heißt: Skripte und geplante Aufgaben im HMI-Projekt — und überall dort, wo Bausteine bisher die Bereichszeiger-Daten ausgewertet haben (Koordinierungsbits, Statuswort der Datensatzübergabe, Quittierung des Auftragsfachs), Anpassungen im SPS-Programm. Der Aufwand reicht damit aus der Bedienebene hinaus — ausgerechnet dorthin, wo ein Maschinenbauer seinen Standard am wenigsten gern anfasst.
Für die Uhrzeitsynchronisation, die bisher über einen Bereichszeiger lief, ist die saubere Lösung ohnehin eine andere: Zeitsynchronisation über NTP — das Unified Comfort Panel lässt sich als NTP-Client projektieren, Steuerung und Panel holen sich die Zeit von derselben Quelle, statt sie von Hand zwischen Panel und Steuerung zu schieben. Soll die Steuerung Zeitmaster bleiben, lässt sich eine S7-CPU als NTP-Server einrichten; soll das Panel die Zeit vorgeben, gibt es dafür die Systemfunktion SetPLCDateTime (seit V18 Update 2).
Die Variablenzahl wird in Unified anders gezählt — und sie ist beim Panel eine Gerätegrenze, bei der PC-Runtime die Lizenzstufe in PowerTags. Auf dem Comfort Panel zählt ein Array als eine Variable, unabhängig davon, wie viele Elemente es hat. In Unified zählen die Elemente einzeln — bei Arrays wie bei Strukturen: Ein Array mit fünf Elementen sind fünf PowerTags, ein Array aus drei Strukturen mit je zwei Elementen sind sechs.
1Variable
ein Array mit fünf Elementen auf dem Comfort Panel
Siemens-Beitrag 109954953
5PowerTags
dasselbe Array in WinCC Unified
Siemens-Beitrag 109954953
Siemens führt das im Beitrag 109954953 an einem Rechenbeispiel vor — dort für die PC-Runtime, gezählt wird auf dem Panel nach derselben Regel. Es ist ein Beispiel und keine Formel — die Zahl aus dem eigenen Projekt ist immer das bessere Argument.
Für Strukturen gilt das nur zum Teil: Arrays aus Strukturen zählt schon das Comfort Panel je Element, der Sprung fällt dort kleiner aus. Ein Projekt mit vielen strukturierten Schnittstellen — also genau die saubere Bauweise, die man Maschinenbauern empfiehlt — trifft dafür eine andere Stelle: HMI-Variablen mit UDT-Struktur überträgt das Add-in laut Siemens-Beitrag 109770510 nicht, sie sind in Unified neu anzulegen.
Einen Ausweg gibt es für Arrays, die nur als Ganzes gebraucht werden — etwa Datensatzpuffer: Als Block projektiert („Array als Block“), zählt die Variable wieder als ein PowerTag. Der Preis: Die Elemente sind einzeln nicht mehr adressierbar, der Zugriff läuft blockweise per Skript, und es geht nur an S7-1200/1500.
Konsequenz für die Kalkulation: Die benötigte Variablenzahl lässt sich nicht aus dem bisherigen Projekt ablesen. Sie ist am konkreten Projekt zu zählen — beim Unified Comfort Panel gegen die Gerätegrenze von 8.000 Variablen, bei der PC-Runtime gegen die PowerTag-Stufe der Lizenz — bevor das Angebot rausgeht.
Ab TIA Portal V21 gibt es dagegen eine Variablenoptimierung. Sie hat allerdings eine Bedingung, die ausgerechnet fortgeschrittene Projekte trifft: Wer mit dynamischer Bindung arbeitet, also mit zur Laufzeit gebildeten Variablennamen, darf sie nicht aktivieren — das System erkennt solche Zugriffe nicht. Damit kollidiert die Optimierung mit einer Technik, die Siemens für Faceplate-Schnittstellen selbst anbietet — Variablennamen aus statischen und dynamischen Teilen. Dasselbe gilt für Variablennamen, die als Text an Systemfunktionen übergeben werden, für indirekte Adressierung, Faceplate-Popups und eine Runtime, die als OPC-UA-Server arbeitet; für Energy Suite und MQTT rät Siemens ebenfalls ab. Und: Beim Ein- oder Ausschalten der Optimierung entfällt das Laden von Änderungen, das Projekt wird komplett geladen. Sie gilt für Panel und PC-Runtime gleichermaßen — beim Panel zählt sie gegen die Gerätegrenze. Die Optimierung ist damit ein Hebel für neu aufgesetzte Projekte, kein Schalter, den man nachträglich umlegt.
Für das Unified Comfort Panel gelten Systemgrenzen, die vor dem Entwurf bekannt sein sollten. Zwei davon überraschen im Projekt regelmäßig — die eine, weil sie je Array und nicht je Projekt gilt, die andere, weil im Datenblatt eine andere Zahl steht als die, mit der sich planen lässt.
Vor dem Bildentwurf
Was das Gerät vorgibt.
Werte nach der Siemens-Dokumentation WinCC Unified V21 (Systemgrenzen Unified Comfort Panel, Stand 03/2026) und der Betriebsanleitung Unified Comfort Panels V21; sie ändern sich mit den Versionsständen — vor dem Entwurf gegen die aktuelle Fassung prüfen.
Wer Bilder, Schriftarten und Trendpuffer nach der Datenblattzahl plant, plant zu großzügig.
Das Betriebssystem-Update löscht das Gerät.
Vor dem Betriebssystem-Update
Was gesichert und was notiert sein muss.
Projekt sichern
Nach dem Update liegt es nicht mehr auf dem Gerät.
Parametersätze sichern
Die produktiven Datensätze liegen auf dem Gerät und werden mit gelöscht.
Im Feld angelegte Benutzer sichern
Bis V20 nennt die Betriebsanleitung die Benutzerverwaltung ausdrücklich in der Löschliste; sichern schadet auch danach nicht.
Meldepuffer auswerten
Sein Inhalt wird mit gelöscht; offene Störungsanalysen vorher exportieren.
Deaktivierte Schnittstellen erneut sperren
Nach dem Update sind alle externen Schnittstellen (USB, Speicherkarte) wieder freigegeben — die Absicherung aus dem Control Panel ist damit aufgehoben.
Zugangsdaten für Netzlaufwerke bereitlegen
Sie sind nach dem Update neu einzugeben.
Zeitzone notieren
Sie steht danach auf UTC — in Meldungen und Archiven fällt das sofort auf.
„Automatic backup" vorher deaktivieren
Bleibt die Funktion aktiv, startet das Gerät nach dem Update unter Umständen nicht mehr sauber; danach wieder einschalten.
Prüfen, ob das Update wirklich sein muss
Nötig wird es meist nur, weil ein neueres Projekt eine neuere Runtime verlangt.
Am einfachsten vorab eine Gesamtsicherung über „Backup" im Control Panel auf SD-Karte oder USB. Stand: Betriebsanleitung Unified Comfort Panels V21 (12/2025), „Betriebssystem aktualisieren" — Umfang je Version prüfen. Die Punkte gehören in die Unterlage des Geräts, nicht in das Gedächtnis der Person, die gerade davorsteht.
E-Mail hängt an der Runtime-Version. Bis V20 gibt es aus der
Unified-Anwendung heraus keine Systemfunktion für den Mailversand — das
vorinstallierte E-Mail-Programm des Panels ist eine eigene App, Siemens verwies
auf eine zusätzliche Edge-App. Seit V21 stellt Unified die Systemfunktion
SendEmail bereit: SMTP-Server und Kontakte werden in den Runtime-Einstellungen
hinterlegt, Voraussetzung ist ein aktiviertes Reporting, je Aufruf sind
höchstens 20 Adressen möglich. Wer die Zeile „Störmeldung per E-Mail“ im
Lastenheft hat, klärt also zuerst, welche Runtime auf dem Gerät läuft.
Faceplates hängen an der Geräteversion. Neue Faceplate-Funktionen kommen mit jeder TIA-Version dazu und sind nicht abwärtskompatibel; auf dem Gerät muss die passende Runtime laufen. Der dokumentierte Ausweg ist die „niedrigste Geräteversion“ des Faceplate-Typs: Für ältere Panel-Stände wird eine eigene Version des Typs mit niedrigerer Geräteversion angelegt — ohne die Funktionen der neueren Runtime. Bei Serienmaschinen mit unterschiedlichen Panel-Ständen im Feld wird die Pflege dieser Versionen zu einem eigenen Thema — eines, das man besser vor der ersten Auslieferung klärt.
Der Umstieg lohnt sich dort, wo die Bedienebene ohnehin überarbeitet wird oder wo das Panel der Engpass ist. Er ist kein Wartungsvorgang, sondern ein Projekt mit eigenem Umfang — Siemens beziffert die Handarbeit für die Umstellung im Umstiegsleitfaden (Beitrag 109768002) je nach Projektgröße von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen.
Umsteigen oder bleiben?
Die Reihenfolge zählt: Der erste Fall, der zutrifft, ist die Antwort.
Wenn
Die Bedienebene wird ohnehin überarbeitet
Dann
Umsteigen
Der Neuaufbau fällt dann so oder so an. Durch Warten wird er nicht kleiner, nur später.
Wenn
Das Panel ist der Engpass der Anlage
Dann
Umsteigen
Dann zahlt der Aufwand auf etwas ein, das ohnehin gebraucht wird — und nicht nur auf einen Termin.
Wenn
Die Anlage bleibt unverändert und das Panel läuft
Dann
Bleiben, den Beschaffungstermin aber im Kalender halten
Verbaute Panels laufen weiter. Der Umstieg ist ein Projekt mit eigenem Umfang und will geplant sein, statt als Ersatzteilfall entschieden zu werden.
Wer die Entscheidung vorbereitet, klärt am besten die Punkte unten, bevor Zahlen genannt werden. Sie bestimmen den Aufwand stärker als alles, was man auf den Bildern sieht — und sie gehören in dieselbe Betrachtung wie der Rest der Anlage, wenn ohnehin HMI-Engineering ansteht.
Fahrplan
Fünf Fragen, deren Antworten den Aufwand stärker bestimmen als die Anzahl der Bilder.
Skriptumfang zählen
Jede VBScript-Zeile wird neu geschrieben, nicht konvertiert. Die Zahl der Skripte und ihre Funktion sind der erste Aufwandstreiber — nicht die Zahl der Bilder.
SPS-HMI-Schnittstelle prüfen
Bereichszeiger gibt es in Unified nicht mehr. Wo Bildnummer, Koordinierung, Datensatzübergabe oder Auftragsfach genutzt werden, sind Skripte im HMI-Projekt und Anpassungen an den auswertenden SPS-Bausteinen einzuplanen.
Variablen neu zählen
Arrays und Strukturen werden anders gezählt als auf dem Comfort Panel. Vor dem Angebot am konkreten Projekt nachrechnen — gegen die Gerätegrenze des Panels oder die Lizenzstufe der PC-Runtime, nicht anhand des bisherigen Projekts.
Faceplates und Geräteversion abgleichen
Faceplate-Typen tragen eine niedrigste Geräteversion und sind nicht abwärtskompatibel. Bei Serienmaschinen mit unterschiedlichen Panel-Ständen vorab festlegen, auf welcher Geräteversion die Bibliothek gehalten wird.
Sonderfunktionen gegen die Bordmittel prüfen
Anforderungen wie Störmeldung per E-Mail sind auf dem Panel erst ab Runtime V21 mit Bordmitteln lösbar (Systemfunktion SendEmail, Reporting aktiviert); bei älteren Ständen bleibt es ein eigener Posten. Solche Punkte gehören vor die Angebotsabgabe, nicht in die Inbetriebnahme.
FAQ
Teilweise. Bilder, Variablen, Meldungen, Archive sowie Text- und Grafiklisten überträgt das Add-in Data2Unified, Faceplates in Struktur und Grafik; Skripte, die Logik in den Faceplates, Rezepturen und die Benutzerverwaltung nicht. Was das für Ihr Projekt konkret heißt, sagt der Bericht des Modernization Checkers — ich lasse ihn vor jeder Aufwandsschätzung über das Bestandsprojekt laufen, denn er benennt je Projekt, was konvertiert wird, was Handarbeit bleibt und was Unified nicht unterstützt.
Nein. Unified kennt nur JavaScript, einen Konverter für VBScript gibt es nicht, und die Skripte laufen serverseitig statt im Browser des Bedieners. Für die Kalkulation zählt deshalb nicht die Zahl der Bilder, sondern wie viele Skripte es gibt und was sie tun — Variablen schreiben, Datensätze verwalten, Meldungen auswerten. Eine Liste aller Skripte mit Zweck und Aufrufort ist die erste Unterlage, die ich für eine Aufwandsschätzung brauche.
Weil Arrays und Strukturen in Unified je Element gezählt werden. Beim Unified Comfort Panel zählt die Summe aus PowerTags und internen Variablen gegen die Gerätegrenze von 8.000, bei der PC-Runtime bestimmt die Zahl der PowerTags die Lizenzstufe. Vorgehen: Variablenliste des Bestandsprojekts exportieren, Arrays und Strukturen nach Elementen auszählen und das Ergebnis gegen Gerätegrenze oder Lizenzstufe legen — vor dem Angebot, nicht beim Übersetzen.
Auf der Panel-Hardware nicht — der Debugger steht für die PC-Runtime und die Simulation am Programmierrechner zur Verfügung. Für die Planung heißt das: Skripte in der Simulation fertig testen, bevor das Projekt auf das Gerät geht, und für die Inbetriebnahme vor Ort die Trace-Auswertung einplanen, mit Werkzeug und Zeit dafür. Ein Skript, das erst am Panel Probleme macht, verlängert sonst die Inbetriebnahme.
Es löscht Projekt, Parametersätze und Meldepuffer auf dem Gerät und setzt die Freigabe der externen Schnittstellen, die Zeitzone und die Zugangsdaten für Netzlaufwerke zurück; bis V20 nennt die Betriebsanleitung auch die Benutzerverwaltung. Der sichere Weg: vor dem Update eine Gesamtsicherung über „Backup" im Control Panel auf SD-Karte oder USB, danach gesperrte Schnittstellen und Zeitzone wieder einstellen und das Projekt neu laden.
Engineering & Werkzeuge
Was TIA Portal Openness leistet, wo Python die einfachere Wahl ist und ab wann sich ein Skript rechnet — mit den Stolpersteinen beim Einstieg.
Recht & OT-Sicherheit
Ab 11.09.2026 gilt die CRA-Meldepflicht — auch für Maschinen, die längst ausgeliefert sind. Was Artikel 14 verlangt, wen er trifft, was bis dahin zu tun ist.
Kommunikation & Daten
Strukturen sind nicht konsistent lesbar, der Server läuft im CPU-STOP weiter, Zeitstempel meinen etwas anderes: Was vor einer MES-Anbindung zu klären ist.
Kontakt
Eine erste Einschätzung zu Ihrem Vorhaben ist kostenfrei und unverbindlich.
Antwort innerhalb von zwei Werktagen